Archiv der Kategorie: Neuigkeiten

Neuer Leitfaden „Wenn Trauer keine Privatsache ist“

Präsentation des Leitfadens „Wenn Trauer keine Privatsache ist“
Die Spitzen von Gewerkschaft, ÖBV und Rundumberatung präsentieren die neu erschienene Broschüre „Wenn Trauer keine Privatsache ist“

Nun reden wir auch über Suizid am Arbeitsplatz. Wir haben die zweite Auflage des Leitfadens „Wenn Trauer keine Privatsache ist“ um das immer noch mit großen Tabus behaftete Thema „Suizid am Arbeitsplatz“ erweitert. Es ist höchste Zeit, den Mantel des Schweigens zu lüften und über Suizidalität und Suizid zu sprechen – auch am Arbeitsplatz.

Im Auftrag von vida, Arbeiterkammer für Wien, GÖD und ÖBV, konzipiert und verfasst von Rundumberatung.

Sie können den Leitfaden „Wenn Trauer keine Privatsache ist“ hier downloaden oder ihn direkt bei der Gewerkschaft vida bestellen. Ein einfaches E-Mail an Peter Traschkowitsch (peter.traschkowitsch@vida.at) reicht.

Ausbildung zur Trauervertrauensperson

Seit 2019 bietet die Gewerkschaft vida die Ausbildung zur betrieblichen Trauervertrauensperson an. Diese dreiteilige Seminarreihe, durchgeführt von Rundumberatung, richtet sich an Betriebsrät_innen, Behinderten-, Jugend- und Sicherheitsvertrauenspersonen, Sozialarbeiter_innen, Sterbebegleiter_innen und andere interessierte Personen.

Die Nachfrage ist groß, weshalb wir 2020 sogar jeweils zwei Termine für die Seminarveranstaltungen anbieten.

Seminar 1: 23./24. März 2020 und 30. Juni/01. Juli 2020

Seminar 2: 08./09. Juni 2020 und 03./04. November 2020

Seminar 3: 19. Oktober 2020 und 01. März 2021

Alle weiteren Informationen entnehmen Sie bitte dieser Broschüre der Gewerkschaft vida!

Fortgegangen – weiterleben. Eine Nachbetrachtung

Es war wirklich eine sehr runde Sache. Auch bei der dritten Trauerkonferenz, die wir gemeinsam mit vida, Arbeiterkammer, GÖD und ÖBV veranstaltet haben, war das Interesse der Kolleginnen und Kollegen überwältigend.

Präsentation des Leitfadens „Wenn Trauer keine Privatsache ist“
Die Spitzen von Gewerkschaft, ÖBV und Rundumberatung präsentieren die neu erschienene Broschüre „Wenn Trauer keine Privatsache ist“
Das Podium zur Eröffnung der Konferenz
Das Podium zur Eröffnung der Konferenz
Informationsstand von Rundumberatung
Ursi Spät von Rundumberatung auf der Konferenz Fortgegangen – Weiterleben

Danke an Roswitha Mathes und Peter Zehentner für die Eröffnungsvorträge sowie an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der sehr intensiven, informativen Podiumsdiskussionen.

Fotos, Filmclips und vieles mehr zur Nachlese findet sich auf der Website der Gewerkschaft vida.

Bis zum nächsten Mal!

Betriebsvereinbarung „Tod und Trauer am Arbeitsplatz“

Wir müssen auch auf politischer Ebene irgendwo anfangen. Deshalb haben wir gemeinsam mit der Rechtsabteilung der Gewerkschaft vida eine Muster-Betriebsvereinbarung für den Umgang mit Tod und Trauer am Arbeitsplatz entwickelt. Wir hoffen nun, dass viele Betriebsträt_innen das Thema aufgreifen und in Verhandlungen mit ihren Geschäftsführungen treten.

Die Muster-BV beschäftigt sich u. a. mit Freistellungen und Karenzen im Anschluss an Todesfälle von Angehörigen, mit konkreten Maßnahmen nach Todesfällen im Betrieb sowie mit Fragen der Entgeltfortzahlung.

Thomas Geldmacher (Rundumberatung), vida-Chef Roman Hebenstreit und vida-Frauenvorsitzende Sissy Vondrasek präsentieren die Muster-BV.

 

Wenn das Funktionieren nicht mehr funktioniert

Eine Konferenz über Tod und Trauer am Arbeitsplatz ÖGB-Catamaran, 24.01.2018

„Sterben ist ja immer noch die häufigste Todesursache.“ Der Communication Comedian Jenny Simanowitz versuchte gleich am Anfang, dem Thema der Konferenz – der Umgang mit Tod und Trauer am Arbeitsplatz – die Schwere zu nehmen. Das gelang ganz ausgezeichnet; die Erleichterung des Publikums, nicht den ganzen Tag bierernst und betroffen dreinschauen zu müssen, war spürbar.

Nach kurzen Statements der Veranstalter_innen, zwei Keynotes über die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland und einigen praktischen Hinweisen für den Umgang mit Tod und Trauer durch die Berliner Trauerbegleiterin Eva Terhorst widmete sich das erste Panel der Trauerpolitik – ein Terminus, den Daniela Musiol von Rundumberatung (damals noch Nationalratsabgeordnete der Grünen) in den politischen Sprachgebrauch eingeführt hat. Einig waren sich alle Diskutant_innen darin, dass es sensibilisierender Maßnahmen bedürfe. Der von vida, GÖD, ÖBV und Rundumberatung herausgegebener Leitfaden  „Wenn Trauer keine Privatsache ist“ sie hierfür ein wichtiger erster Schritt.

Parlamentsdirektor Harald Dossi schilderte im zweiten Panel äußerst eindrücklich, wie das Parlament mit der schweren Erkrankung und dem späteren Tod von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, und im Anschluss an den Erfahrungsaustausch hinsichtlich der entsprechenden Praktiken in Konzernen wie der ÖBB und der AUA las die deutsche Trauerbegleiterin Mechthild Schroeter-Rupieper  aus ihrem neuen Buch „Geschichten, die das Leben erzählt, weil der Tod sie geschrieben hat“.

Nach der Mittagspause erläuterte die Anthropologin Brigitta Rattay, warum Japaner_innen nie Richtung Norden schlafen, warum es in japanischen Krankenhäusern kein Zimmer 4 gibt und warum es wichtig ist, die Toten am Ende des Dia de los muertos auch wieder zu ihren Gräbern zu geleiten.

Das letzte Panel des Tages befasste sich mit der Frage, welche Aspekte eine Muster-Betriebsvereinbarung zu Tod und Trauer am Arbeitsplatz berücksichtigen müsste. Thomas Geldmacher von Rundumberatung, die Anwältin Petra Smutny, der vida-Jurist Robert Steier und Martin Holzinger von der GÖD diskutierten durchaus kontroversiell. Die vida will Mitte des Jahres einen Entwurf für ein solches Dokument vorlegen und in die politische Diskussion einbringen.

 

Hier noch einige Fotos der Konferenz 2018

neuer Ratgeber – „Wenn Trauer keine Privatsache ist“

Wien (APA) – In Österreich sterben jährlich rund 80.000 Menschen, davon 10.000 bis 12.000 im erwerbsfähigen Alter. Trauer am Arbeitsplatz habe jedoch meist keinen Platz, kritisieren die Gewerkschaften und fordern mehr Unterstützung für Betroffene. Erste Abhilfe soll ein neuer Ratgeber zum Thema schaffen, der am Dienstag in Wien präsentiert wurde.

Wenn Trauer keine Privatsache ist“ heißt die Broschüre, die von den Gewerkschaften GÖD und vida, dem Verein Rundumberatung und der Österreichischen Beamtenversicherung (ÖBV) herausgegeben wurde. Sie enthält unter anderem Tipps zum Umgang mit trauernden Kollegen, Hilfe für den Fall, dass ein Kollege stirbt, sowie Grundregeln für das Verfassen von Kondolenzschreiben.

Warum Arbeitgeber sich mit Tod im Betrieb beschäftigen sollten, rechnete Daniela Musiol vom Verein Rundumberatung vor. Studien hätten versucht, den Produktivitätsverlust aufgrund von Trauer am Arbeitsplatz zu bestimmen. Laut ‚Grief Index‘ aus den USA macht das im Jahr mehr als 37,5 Milliarden US-Dollar aus. „Das bedeutet umgerechnet fünf Wochen Shutdown in den USA“, so die Supervisorin und Trauerberaterin.

Beteiligungshaushalt auf Landesebene

Eine Machbarkeitsstudie am Beispiel von Baden-Württemberg

 

Bürger- oder Beteiligungshaushalte, durchgeführt auf kommunaler Ebene in Städten und Gemeinden, haben in den letzten Jahren in Deutschland verstärkt Aufmerksamkeit erfahren. Eine Beteiligung bei der Aufstellung eines Landeshaushaltes ist jedoch zumindest im mitteleuropäischen Raum demokratiepolitisches Neuland. Auch weltweit gibt es nur sehr wenige Beispiele, in deren Rahmen versucht wurde, Partizipation in Haushaltsfragen von der kommunalen auf die Ebene eines Bundeslandes oder Staates zu heben. In diesem Buch wird untersucht, ob und unter welchen Voraussetzungen Bürgerinnen und Bürger bei der Aufstellung des Landeshaushaltes beteiligt werden können. Am Beispiel Baden-Württembergs werden die sozialwissenschaftlichen, technischen und rechtlichen Bedingungen diskutiert, die für einen erfolgreichen Beteiligungshaushalt gegeben sein müssten.

(c) Springer VS

Als eBook und Softcover erhältlich!

Die dunkle Seite der BürgerInnenbeteiligung

Thomas Wagner hat ein Buch mit dem Titel „Die Mitmachfalle“ geschrieben. Der Untertitel „Bürgerbeteiligung als Herrschaftsinstrument“ beschreibt ganz gut, worum es auf den knapp 160 Seiten geht.

Wagner sieht ein große Problem im Rahmen von Beteiligungsprozessen: Sie sind nicht nur keine Revolution, sondern tragen eher aktiv dazu bei, dass gar  keine stattfinden. Über diesen Befund kann man auch gar nicht streiten. Über die Frage, ob das Ziel die Revolution ist oder eher eine Veränderung des bestehenden Systems, schon viel eher. Obwohl das eine wichtige Frage ist, die jede und jeder für sich beantworten muss, soll es hier darum aber nicht gehen.

Wobei man das Buch schon alleine für die Beispiele, wie große Konzerne Beteiligungsprozesse für ihr Marketing ausnutzen, lesen sollte.

Boboprozesse

Ein zweiter Kritikpunkt der in „Die Mitmachfalle“ geäußert wird lautet so: Da Beteiligungsprozesse Ressourcen brauchen, nehmen eher Menschen mit Ressourcen daran teil und sind die Ergebnisse daher eher für Menschen mit Ressourcen günstig. Das mag auf den ersten Blick banal erscheinen, oder sogar gerecht. Auf den zweiten Blick wird aber klar, dass damit so manches Problem eher verstärkt wird als gelöst.

So erzählt Wagner mit Beispielen aus Berlin  wie Beteiligungsprozesse ein erstes Zeichen, wenn nicht sogar Teil der Ursache dafür sind, dass am Ende der Geschichte Stadtteile für einige BewohnerInnen nicht mehr leistbar sind. Stichwort Gentrifizierung.

Dabei sein ist alles

Es ist Ziel jedes Beteiligungsprozesses alle Betroffenen Bevölkerungsgruppen einzubinden.  Betroffenheit darf aber nicht dadurch definiert sein, dass ich mich als Betroffene melde. Noch wichtiger ist es, die ausreichende Einbindung aller Sichtweisen  im Laufe der Entscheidungen immer fest im Blick zu haben. Wahrscheinlich ist das eine der schwierigsten Aufgaben für die Leitung und Steuerung von Beteiligungsprozessen. Denn die Einbindung von Menschen bedeutet immer den langen Weg zu gehen.

Wo doch der kurze lockt: Sie ist stark, die dunkle Seite der BürgerInnenbeteiligung.